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Kaufgutscheine

Wenn ich die Zeitung aufschlage oder so manchen Politiker reden höre, verstehe ich die Welt nicht mehr. So schmerzhaft die Finanz- und Wirtschaftskrise sein mag, sie ist das Symptom eines weiteren großen gesellschaftlichen Fehlers, den man mit falschen Rezepten beheben möchte.

 

Die Absatzeinbrüche der vergangenen Monate zeigen eines überdeutlich: ein Großteil der Menschen kann auf Konsum verzichten. Anstatt jetzt zu proklamieren, mit Einkaufsgutscheinen die Menschen wieder in die Kaufhäuser zu locken, sollten wir uns darauf besinnen, was für das Funktionieren unserer Gesellschaft wirklich notwendig ist. Ist Konsum wirklich der Schmierstoff?

 

Der schnelle Einbruch zeigt offensichtlich, dass dies nicht so ist; denn könnte ich auf etwas innerhalb von Wochen verzichten, wenn dies für uns lebensnotwendig wäre? Offensichtlich haben wir uns mit unserem Wirtschaftssystem auf viele schöne Extras gestürzt, die wir nicht wirklich brauchen, aber uns das Leben halt versüßen. Wir haben Innovation betrieben, um die Effizienz all unserer Produktionsmittel zu verbessern, um noch schneller Schokolade zu produzieren. Wir haben uns mit hochpsychologischer Werbung einreden lassen, was wir alles brauchen, ums sozial anerkannter oder mehr geliebt zu werden.

 

Luxusgüter dürften eigentlich keinen Wert besitzen. Edelsteine sind zwar selten, aber jenseits von Plattennadeln u.a. sind sie eigentlich zu nichts zu gebrauchen. Auch Gold als Währungsreserve kann man sich eigentlich schenken. Darüber hinaus sollten wir hinterfragen, warum Gehälter, die für die Herstellung materieller Güter bezahlt werden, so weit über denen liegen, die sich mit Menschen beschäftigen. Der Markt für soziale Berufe ist nach verzerrt. Die Nachfrage ist groß, aber die Preise niedrig. Scheinbar ist der psychologische Wert solcher Dienstleistungen weitaus niedriger als der einer Limousine.

 

Wir haben in Kauf genommen, dass die Erwirtschaftung des monetären Reichtums negative externe Effekte auf Umwelt und Gesellschaft solange aufrechterhielt, bis heute kaum noch die Natur noch der Mensch die Resultate ertragen kann. Doch auch hier haben wir Lösungen parat. Wir reparieren heute und bezahlen morgen. Wir schenken uns eine Menge Geld und hoffen, dass Nachfolgende uns die Rechnung bezahlen. Nicht, dass dies einfach nicht schlau ist, es ist auch nicht fair, denn wir zwingen so unsere Kinder, unser System aufrecht zu erhalten, damit es nicht zusammenstürzt.

 

Insofern ist es wohl gut, dass es heute zusammenstürzt, damit wir auch die Rechnung bezahlen. Allerdings darf nun nicht wieder das Scheckheft gezückt werden, welches die nächste Generation bezahlt. Also bitte nicht mit Konsum auf diese Krise antworten. Nein: wir müssen unser tägliches Handeln auf Ausgewogenheit überprüfen, um die Regeneration der natürlichen und gesellschaftlichen Systeme wiederherzustellen.

 

6.12.08 15:02

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